Via del Volto Santo

Volto Santo, eine Pilgerwanderung im August 2017

Irgendwie sind wir statt auf 188 Kilometer 238 Kilometer gekommen. Ob nun  durch Umwege oder Rechenfehler ist mir nicht bekannt.

erste Fotodoku auf Youtube

Die Rückreise hatten wir über Florenz, eine Fotodokumentation dazu gibt es auf meinem Videokanal

Die Entstehung der Legende zu diesem Pilgerweg erinnert stark an die des Jakobsweges. Die Legende zum Holy Face ist in der gleichen Zeit entstanden und hat ähnliche Eckdaten.

Start vom Via del Volto Santo in Pontremoli

Der mittelalterliche Pilgerweg von Pontremoli nach Lucca in Italien scheint fast vergessen zu sein. Inzwischen kommen jährlich wieder etwa 400 Pilger. Es sind viele alte Burgen, mittelalterliche Wege und alte Brücken noch gut erhalten geblieben. Fast keine geteerten Wege, etliche Hohlwege, Burgdörfer, die es nur hier zu geben scheint und endlos viel Schatten auf Waldwegen sind die Besonderheit dieser Strecke. Die beiden toskanischen Regionen Lunigiana und Garfagnana sind von kleinen Dörfern auf Bergketten durchzogen. Die Dörfer wurden hoch oben auf den Berg gebaut, weil es im Tal Moskitos gab, die Malaria übertrugen. Die Mücken sind immer noch da, Die Malaria nicht.

Via del Volto Santo – erster Tag
Via del Volto Santo – der Weg wird freigeschnitten

Nino hat uns schon am ersten Tag für den Rest der Strecke seine Heckenschere geschenkt. Das war auch dringend notwendig, denn die Brombeeren wachsen uns fast in den Mund. Anfangs war der Weg nur in Bodennähe zugewuchert, dann aber insbesondere in den Hohlwegen kamen die dornigen Ranken auch  von oben und wucherten quer über den Weg.

Die Kilometer auf den Etappen sind hier überhaupt kein Maßstab, insbesondere auf den steilen Mulipfaden schaffen wir oft weniger als einen Kilometer die Stunde. Ausnahmsweise sind uns dann mal ein paar Kilometer Teerstraße  ganz angenehm, damit wir überhaupt ankommen.

Bagnone
Via del Volto Santo – zweiter Tag

Hier konnten wir unsere müden Füsse wunderbar kühlen. Das kalte und kristallklare Gebirgswasser war herrlich unterwegs.

Fast die gesamte Strecke verläuft entweder auf alten Mulipfaden oder alten ehemaligen Römerwegen. Allerdings sind die Steine der Römerwege durch die vielen Erdbeben in Italien etwas durcheinander gekullert. Beide sind gleichermaßen schwierig zu gehen, etwas steil, manchmal muss man sich am Gestrüpp hochziehen oder am Hang festhalten oder mit den Wanderstöckern prüfen, ob die Steine fest oder locker sind – insgesamt ist die Strecke ein traumhaft schöner Weg, der einem Märchen entsprungen zu sein scheint.

Die vielen schönen Wege könnten wir gar nicht  alle fotografieren, denn einer ist schöner als das andere.

Olivora
Olivora

In Olivora haben wir ein super Appartment gefunden und konnten  von dort oben auf der Burgruine den Sonnenuntergang  bewundern.

Unsere Etappen:

1. Pontremoli, Arzengio, Ceretoli, Dobbiana, Tarasco, Macerie, Serravalle, Rocca Sillina, Vignola, Posponte

2. Posponte, Biglio, Vico, Montale, Treschietto, Bagnone

3. Bagnone bis hinter Castelione del Terziere –  Valle della Luna – abseits vom Weg (war falsch)

richtig wäre gewesen: Castelione, Corvarola, Saint Rocco, Cassolana, Piccio Verde, Molesana, Monti (in Piccio Verde wäre ein Agriturismo gewesen, den wir nicht kannten und sind deshalb über Valle della Luna gelaufen, um die Etappe zu teilen.

4. Valle della Luna Bio über Castiglione del Terziere, Castello Monti – Azienda Agricola la Miona (da haben wir ein super nettes Gespräch bei einem Expresso gehabt, war leider zu früh am Tag) – Monti

5. Monti, Pontebosio, Olivola

6. Olivola, Saldina, Piano di Collecchia, Moncigoli, Posara, Fivizzano

7. Fivizzano, Certardola, Turlago, Reusa, Vigneta zur Agriturismo Spinofiorito in der Nähe von Vedriano

8. Spinofiorito über Monastero Passioniste in Pieve di Offiano bis Argenga in 1032 Meter Höhe auf dem Campingplatz

Vedriano, Castiglioncello, Poggio di Regnano, Regnano Chiesa – Grenze zwischen Lunigiana und Garfagnana, Argegna

9. Argegna, Giuncugnano, Capoli, Nicciano, San Michele, Piazza al Serchio

10. Pizza al Serchio, San Donnino, Verrucole, San Romano di Garfagnana

11. San  Romano, Sillicagnana, Sambuca, Villetta, Pontecosi, Castelnuovo di  Garfagnana

12.  Castelnuovo, Cascio, Gallicano

13. Gallicano, Barga, Pieve di Loppia, Pedona, Ponte All’Ania (Nachbardorf von Fornaci di Barga)

14. Fornaci di Barga, Ponte All’Ania, Piano di Coreglia, Ghivizzano, Piano della Rocca, Cerreto, Pieve di Cerreto, Borgo a Mozzano

15. Borgo a Mozzano, Diecimo, San Donato, Sesto a Moriano, Ponte a Moriano

16. Ponte a Moriano, Lucca

Römerwege

Das Markenzeichen der Römerwege ist der Mittelstreifen aus Feldsteinen. Die meisten Mittelsteine sind allerdings kaum noch erkennbar.

Dörfer unterwegs

Die kleinen Dörfer haben manchmal nur 30 Einwohner. Die Straßen hinauf sind steil und eng, ein Smart kommt gerade mal durch die Gassen. Die alten Torbögen führen über die Dorfstrassen und oben drüber ist oft noch ein Zimmer.

Wenn kein Dorf oben auf dem Berg ist, dann ein Castello. Wir haben schon viele davon gesehen und sind durch einige Castellos durchgelaufen. Die mittelalterlichen Burgdörfer scheinen in der Zeit stehen geblieben zu sein. Das Strassenpflaster ist oft ebenso alt wie die alten Mauern. Die kleinen Häuser scheinen sich der Steigung anzupassen, die verwinkelten Gassen bieten uns leider trotzdem kein Schatten, denn meistens steht die Sonne zu hoch, wenn wir in ein Dorf kommen.

Die Landflucht ist auch hier in der Toscana angekommen. Insbesondere in den alten malerischen Bergdörfern sehen wir viele Häuser,  an denen „zu verkaufen“ steht.

Unterwegs treffen wir immer wieder mal rot weisse Streifen vom Weitwanderweg und in der Region Garfagnana kamen die Buchstaben GT hinzu. Irgendwann fanden wir die Erklärung für die Abkürzung.

Via del Volto Santo – blaue Markierung

Unser Weg hat eine blaue Markierung. Manchmal trifft oder begleitet er einen Weitwanderweg in rot weiss. Dann erinnert er an die französische Flagge. Bei uns steht manchmal in blau VS für Volto Santo.

Hohlwege – Tina krabbelt gerade aus einem raus

Falls gerade mal keine Hohlwege oder Mulitracks unter unseren Füßen sind, genießen wir die wunderschöne Aussicht auf die Berge. Der Gebirgszug Appenin verläuft direkt neben uns.

Auf dem Weg zum Campingplatz in Argegna
Campingplatz Argegna auf 1032 m Höhe

Trotz der Höhe war es nachts noch schön mollig warm. Hier treffen wir auf Schilder von den Cammini di Santiago. Mehr Infos darüber konnte ich über die Wegstecken  der Jakobswege in Italien allerdings nicht finden. Die Unterkunft im Agriturismo Spinofiorito hat ein Schild von den Cammini d’Europa neben der Tür, ist aber trotzdem keine Pilgerherberge.

Rasenmäher auf dem Campingplatz

Die Campingplatzbetreiber haben keine Zeit, die Rasenflächen selbst zu pflegen und haben sich einen Gehilfen geholt. Der war ganz schön fleißig.

Schlucht in Garfagnana

Da kommt man nicht runter. Nur Kanufahrer haben die Gelegenheit, sich die Schlucht von unten anzusehen.

San Nicolao
Kläffende Hunde
Mittelalterliche Brücke in San Michele

Noch beeindruckender als die Brücke war allerdings das Dorf selbst. Wir haben uns von dem Zauber dort derart verführen lassen, dass wir mindestens 800 Meter steil bergauf in die falsche Richtung gelaufen sind. Leider führt unser Weg weder über die Brücke noch durch das Dorf, sondern biegt VORHER ab

Piazza al Serchio
Fortrezza della Verrucole
Ritter auf der Fortezza
In der Küche auf der Fortezza
San Romano

Noch schöner als die Wege sind allerdings die reifen Feigen, die wir unterwegs von den Bäumen pflücken und sofort aufessen. Einkehrmöglichkeiten gibt es allerdings wenig.

Eidechse

Normalerweise sind sie sofort weg, sobald man sie entdeckt. Diese scheint krank zu sein.

Pontecosi
Castelnuovo

Leider gibt es zu wenig Campingplätze und noch weniger Pilgerherbergen. Dafür war das Hotel in Castelnuovo ein ganz besonderes. Wir mussten ins erste Untergeschoss gehen, um im vierten Obergeschoss anzukommen. Wir betraten das Hotel quasi vom Dachboden aus, denn es war dem Hang hinauf gebaut. Das Gebäude kuschelte sich mit der Vorderseite an den Berg und wir hatten vom Zimmer aus einen herrlichen Blick über die Stadt. Wir waren froh, dort nicht auf dem Campingplatz gelandet zu sein, denn es gab Gewitter.

Am nächsten Tag hüllten die Wolken die Berge im dichten Nebel. Wir haben den Weg wieder einmal im Wald verloren und sind bis Cascio auf der Landstraße gelaufen. Das war auch gut so, der Regenponcho hätte sich doch nur im Gestrüpp verfangen.

Das Gewitter zwischen Castelnuovo und Gallicano hat uns daran gehindert, Fotos zu machen. Dafür hat der Serchio wieder Wasser.

Der Serchio

Zwischen Gallicano und Fornaci di Barga bekommt die Strecke von mir die denkbar schlechteste Bewertung, die es gibt. Ein kleiner Trampelpfad zweigt von der stark befahrenen Hauptstraße ab und wir mussten wieder die Heckenschere auspacken. Ausserdem fehlten bald die blauen Wegmarkierungen. So entschieden wir uns für die Landstraße. Zudem liegt Barga weit ausserhalb der Wegführung. Fornaci ist gerade mal zwei Kilometer von Gallicano entfernt. Zu guter Letzt übermalen die Vereine vor Ort für ihre eigenen Sport- und Eventveranstaltungen die Wegmarkierung sogar in der gleichen Farbe, so dass wir im Kreis gelaufen sind und wieder einmal die stark befahrene Landstrasse unter die Füße nahmen.  Nach  der Erfahrung hätten wir uns in Gallicano für zwei Nächte einquartieren sollen und bräuchten dann den Rucksack nicht erst den Berg raufzuschleppen und anschließend wieder runter. Trotzdem: Barga lohnt sich wirklich. Die kleine Stadt wird von Künstlern bevölkert und bietet einen malerischen Anblick. Ausserdem habe ich dort das erste mal Alabasterfenster gesehen. Und Fornaci hat sich wegen den besten Spaghetti  alla scoglio gelohnt. So was gibt es nur in Italien.

 

Auf dem Weg nach Barga
Inschrift in Barga
Barga
Spaghetti in Fornaci di Barga
Holy Face Volto Santo in Diecimo
Holy Face
Kurz vor Lucca
In Lucca in der Nähe der Herberge
In Lucca angekommen
Cathedrale in Lucca
Adam und Eva mit der Schlange
Kathedrale in Lucca
Kathedrale in Lucca

Ab Borgo a Mozzano bis Lucca führt der Weg über jede Menge Landstraßen. Und wieder  einmal haben wir die Wegführung verloren. Dank Navi und Dörfer im Buch haben wir aber die Strecke jedes mal wiedergefunden. Mindestens einmal haben wir uns absichtlich für die Landstraße entschieden. Wir wollten nicht schon wieder die Heckenschere auspacken.  Kurz vor Lucca sind wir trotz Wassermangel in den Dornen hängengeblieben, der Weg war komplett überschwemmt. Wir haben das letzte mal den Blick auf die apuanischen Alpen genossen. Kurz vor Lucca gibt es kaum noch Unterkünfte, wir haben die Etappe aber mit Hilfe der italienischen Bahn trenitalia aufteilen können. So konnten wir die letzten Kilometer ohne schweren Rucksack laufen.

Zum Essen in Italien: Mir war schon vorher bekannt, dass italienisches Eis in Italien um einiges besser schmeckt als in italienischen Eisdielen in Deutschland. Neu für mich ist, dass das auch für Ravioli, Spagetti, Calzone und alles andere an italienischen Rezepten gilt. Die Italiener geben offensichtlich an der Grenze ihre einheimischen Rezepte ab. Wahrscheinlicher aber ist, dass die frischen Gewürzkräuter hier in jedem Garten wachsen. Wir konnten ja sogar Feigen unterwegs vom Baum pflücken und wir würzten unser Wasser mit wilden Kräutern unterwegs. Am letzten Tag konnten wir Passionsfrüchte unterwegs am Strassenrand ernten. Kein Vergleich zu dem Obst, welches wir zur Hause zur Verfügung haben.

Historisches zum Weg

Pontremoli

Im Jahr 990 wird in einer Beschreibung der Via Francigena der Ort als Puntremel zum ersten Mal erwähnt. Der Ort war frei und unabhängig, so gab es im Mittelalter ständig Konflikte mit dem Geschlecht der Malespina, welche die Herrschaft übernehmen wollten, aber erst 1650 trat Pontremoli dem Herzogtum Toskana bei.

Um Pontremoli ging es unter anderem schon in den Keltenkriegen (225-222 v.Chr.) gegen die Boier und Insubrer in Oberitalien, sie waren verbündet mit Etruskern und Cenomanen. Dann wieder 200 bis 190 v.Chr., damals ging ihr Hauptort‚ Bologna an die RÖMER.

Kelten und Gallier im Verband hatten sich über ganz Europa ausgebreitet. Die Stelen sind nicht nur nur in Britannien (Irland, Wales) und der Bretagne zu finden, sondern ebenso in Gallicien / Nordspanien und in Südfrankreich, Pau, Pyrenäen. Sie waren damals um das gesamte Mittelmeer und an den Küsten Spaniens, Portugals und Frankreichs sondern auch am Ostrand des Mittelmeeres und in Oberägypten verbreitet.  Deutlich wir dieses noch heute durch die Verbreitung ihrer Kulturrelikte wie z.B. die Menhire und Stelen.

Das Museo delle Statue Stele in Pontremoli im Castelo del Pignario (Stelenmuseum) zeigt Stelenmenhire aus der Lunigiana, z.B. weibliche Statuenmenhire und keltische Stein-Skulpturen. Die Castros sind älter als die keltische Kultur, aber sie blieben die Wohn- und Verteidigungsform auch bei den Kelten, sie entstanden etwa im 7. Jh.v.Chr. (Costr-Kultur) in der Eisenzeit.

Nach der Niederlage gegen die Römer verlor die keltische Kultur auf dem Festland an Bedeutung, hielt sich aber in Irland bis in das 10. Jh.n.Chr.

Pontremoli muß zu keltischer Zeit am Magra gelegen haben und ein wichtiger Handelsknotenpunkt gewesen sein. Die Kelten bauten vor allem Erz und Salz ab und betrieben damit Handel im Mittelmeerraum und in den den westeuropäischen Küstenregionen. Dennoch war die Via Francigena war ein Landhandelsweg, der von dem Umschlagplatz aus sowohl nach Norden als auch nach Süden über Land regen Handel aufrecht erhielt. Auffallend sind die vielen sogenannten römischen Bogenbrücken, die in Lunigiana und Garfagnana noch heute über Bäche führen. Die Wege dorthin sind oft gar nicht mehr zugänglich.

Bagnone

Bagnone hat heute ca. 2000 Einwohner, um 1920 waren es noch über 7.000, also sehr deutlich rückläufig.

Es ist ein Ort am Parco Nationale del Appenino in der Tosca-Emiliano, ein Ort sehenswürdiger Architektur sowohl im zivilen als auch im kirchlichen Bereich. Es liegt an einem reißenden Gebirgsbach, einem Nebenfluss des Magra. Der Fluss gräbt sich sein Bett mit vielen kaskadenartigen Wasserfällen durch die Felsen, er ist ein Paradies für Sportfischer.

Das Gebiet wurde schon zur Steinzeit besiedelt, der Fund einer keltischen Stele ist bezeichnend für die bronzezeitlichen Aktivitäten. Schriftlich erwähnt wird der Ort erstmals 963. Das Castell hatte eine Kontrollfunktion für die schon damals berühmte Handelsstrasse Via Francigene.  Um 1351 wird das Geschlecht der Malespina hier ansässig gewesen sein. Später war dann Florenz und die Toscana für die Kontrolle und den Schutz des Weges zuständig.

Das ganze Gebiet ist reich an mittelalterlichen Burgen wie Castello Bagnone, Castello Treschietto und Castelglione del Terziere. Berühmt ist weiterhin das kommunale Theater und die Kirchen San Niccolo, San Leonardo und San Terenzio.

Fivizzano in der Provinz Massa-Carrara und in der Region Toskana

Fivizzano hat fast 8.000 Einwohner, im letzten Jahr gab es dort neun bemerkenswerte Erdbeben, der Schaden war jedesmal sehr groß, da bisher noch viele Gebäude in Lusiginana und Garfagnana nicht den Erdbeben-Sicherheitsvorschriften entsprechen, dies betrifft natürlich ganz besonders die mittelalterlichen Gebäude in den Ortskernen.

In der Region ist besonders sehenswert:

  • der mittelalterliche Ortskern in Fivizzano
  • die Chiesa dei Stanti Jacope e Antonio von 1377
  • das Castello della Verrucola, die nördlich von Fivizzano gelegene Burg, eine milirärisch mittelalterliche Kontrollanlage
  • Pieve de San Paolo di Vendaso, erstmals erwähnt 1148
  • die Chiesa di Santa Maria Assunta di Pognano, Kirche im OT Pognano ebenfalls 1148 erwähnt.

Seit dem Mittelalter unterstand der Ort der Malaspina-Familie, erst 1477 kam er in die Kontrolle von Florenz, daraufhin wurde die Stadtmauer errichtet.

Piazza al Serchio

Der Ort ist eine sehr alte Gründung. Der Name besagt, daß es ein Markt am Fluss Serchio und an einer Handelsstraße lag. Die Gemeinde hat heute 2.500 Einwohner und liegt auf einer Höhenlage von bis zu 536 Metern auf felsigem Gelände. Die alten Orte San Miguele und San Donino sind eingemeindet, sie sind ebenso sehenswert und romantisch mit ihren alten Kirchen und Burgen und der mittelalterlichen Brücke über den Serchio. San Donino steht auf einem ehemaligen vulkanischen Felsen. Die Eisenbahnlinie von Lucca nach Aulla hat in dem Ort Piazza al Serchio nicht nur eine Bahnstation, vor einem Tunnelteil – der nicht mehr genutzt wird – steht eine Dampflok als Denkmal unterhalb der Felsen auf denen die alte Burg einst der Verteidigung des Ortes und der Überwachung von Handel und Verkehr diente. Heute Ruine muss sie einst riesige Ausmaße gehabt haben. Mit einer mehrbogigen, stark überhöhten mittelalterlichen Brücke überquert die alte Handelsstraße noch heute den Fluss.

San Frediano ist eine fünfschiffige Basilika, erbaut zwischen 1112 und 1147 in südromanischem Baustil. Dieser ist insbesondere bezogen auf die Türme grundverschieden von der Nord- und westeuropäischen Romanik und kommt in der charakteristischen Gestaltung der Türme  zum Ausdruck: wie Schachteln gestapelt werden die zumeist gleichartigen oft auch gleichhohen Geschoßkuben übereinander gestapelt. Auf diese Weise entstehen monumentale Türme mit Glocken und Zinnenbekrönung – die Glocken schwingen oft bis weit aus den Schallöffnungen hinaus  -, wenn sie schlagen. Die Kuben mit oft prachtvoller ausgewogener vertikaler Gliederung der Wandflächen, mit wohlproportionierten Öffnungen und Blendarkaden werden  mit geschoßaufteilenden Bogenfriesen geteilt (z.B. auch in Diecimo). Bei anderen Türmen sind die unteren Geschosse manchmal völlig ungegliedert  (z.B. in Olivola) und nur durch schmale Schlitze im Mauerwerk geöffnet. Die obersten Geschosse und immer die Glockenstuhlgeschosse haben größere, meist gekuppelte Öffnungen (Schallarkaden). Die vertikalen Verbindungen der Kuben  sind durch Ecklisenen betont, die meist vom Sockel bis zur Zinnenbekrönung durchlaufen.

RECHERCHE VORHER

Linksammlung

Meine Füße sind durch die Trainingstouren schon viel zu strapaziert, daher habe ich die Etappen soweit wie möglich halbiert, manchmal liegen keine 10 Kilometer zwischen den beiden Etappen, insbesondere dann, wenn die Unterkünfte bezahlbar sind und anschließende Streckenabschnitte nur teuere Unterkünfte haben. Vorerst habe ich mir hier alle Optionen aufgeschrieben, ob ich sie nutze, ist dann egal.

Anreise mit dem Zug über Florenz – Ankunft in Pontremoli gegen Mittag – zu klären ist noch, ob wir in Pontremoli ein Hotelzimmer buchen oder die ersten 10 km gleich los laufen. Ein Blick in die wikipedia zeigt „Zimmer suchen“

Erster Wandertag

1. Etappe  laut Buch:  Pontremoli bis Bagnore 34 km – erste Übernachtungsmöglichkeit ist nach 10,9 km im Agriturismo  Podere Conti (ewas abseits vom Weg), ob wir dort unser Zelt aufbauen dürfen, ist allerdings noch nicht klar, Die dazugehörige Internetseite hat Preise ab 150 Euro. Bis Posponte sind es dann noch 4,3 km.

zweiter Wandertag
Die nächste Etappe hat zwei Varianten – laut Karte ist die Strecke über Biglio für Wanderer. Bis zu meinem nächsten Eintrag in der Karte sind es 10,7 km

  • Giunasco Fattoria, allerdings geht es zwischen 460 und 780 Höhenmeter immer rauf und wieder runter.

Nach weiteren 2,1 km sind wir dann in Bagnone.  Übernachtung im Hotel gem. Buch zwischen 50 und 75 Euro pro Kopf. 

  • der nächste Eintrag auf der Karte ist nach 5,2 km das Castello di Castiglione del Terziere,  allerdings ohne Unterkunft oder Gastronomie.
  • der nächste Eintrag auf der Karte ist nach 3,3 km Agriturismo la valle della luna bio. LEIDER GIBT ES DEN WEG NACH VALLE DELLA LUNA NICHT MEHR. Der Weg ist total zugewuchert und es liegen überwucherte abgestorbene Bäume im Hohlweg.

2. Etappe laut Buch  – Bagnone bis Monti 24 km 

  • Die nächste ideale Unterkunft ist dann direkt am Weg Azienda Agricola La Miona,  über das  Gelände der Azienda führt der ehemalige ursprüngliche Weg über eine alte Römerbrücke. Leider wird der Weg auch nicht mehr gepflegt und steht auch nicht in der Reisebeschreibung. Ganz in der Nähe ist ein Bauernhof mit Camping-Platz AgriCamping l’Ulivetta

Azienda Agricola bis Pontebosio, Monti – Unterkünfte wären laut Buch B&B oder Hotel zwischen 30 und 75 Euro pro Kopf

4 Monti bis Fivizzano 16,5 km

etwa auf halber Strecke gibt direkt am Weg ein Agriturismo diekt am Weg in Olivora. In Fivizzano ist dann eine klassische Pilgerherberge.

5. te Etappe laut Buch Fivizzano bis Argegna 26 km

  • die nächste gute und günstige Übernachtung ist der Campingplatz in Argegna

6.te Etappe laut Buch  Argegna bis Piazza al Serchio 11 km – ist mit „schwierig“ gekennzeichnet

7te Etappe laut Buch von Piazza al Serchio bis Castelnuovo 21 km –

8te Etappe laut Buch Castelnuovo bis Barga 27 km

9te Etappe laut Buch Barga bis Borgo a Mozzano 21 km –

10te Etappe für uns Barga bis Mozzano – Übernachtung laut Buch im Convento -Pilgerherberge

10.te Etappe laut Buch  Borgo a Mozzano bis Lucca 28 km – (läßt sich leider nicht halbieren, aber es gibt Bahnhöfe an der daneben verlaufenden Zugstrecke).

Derzeit steht mein Info-Sammelsorium auf google zur Via del Volto Santo.

Italienische Pilgerwege sind längst nicht so überlaufen wie die Jakobswege Richtung Santiago de Compostela. Die Via del Volto Santo führt wie oben beschrieben nach Lucca und wird auch Holy Face genannt. In der Karte sind bereits potentielle nicht überprüfte Übernachtungsmöglichkeiten markiert, um die oben aufgezählten Etappen zwischen etwas anders zu gestalten.

Die schwierigen Etappen befinden sich zu Beginn der Strecke. Der Weg wird mit jeder Etappe etwas einfacher. Mindestens die ersten 2/3 führen durch bergiges Gelände und ich bevorzuge dann vorsichtshalber vernünftige feste Wanderschuhe mit Knöchelschutz. Auf den letzten zwei  Etappen vor Lucca häufen sich auch etliche geteerte landwirtschaftlich genutzte Wege.

Zwei Wochen Urlaub reichen aus, jeweils noch einen Tag für die An- und Abreise.

Der Weg Via del Volto Santo durchkreuzt Teile des Gebirgszuges Appenin und schließt in Pontremoli an die Via degli Abati an, die Bobbio mit Pontremoli verbindet. Die Via del Volto Santo führt nach Lucca, diese Stadt wurde seit dem Jahr 752 von Pilgern besucht.

Frühjahr und Herbst sind die besten Jahreszeiten. Die Via del Volto Santo hat 9 bis 10 Tagesetappen, die erste Tagesetappe ist in Posponte teilbar, die dortige Kirchengemeinde bietet eine Übernachtungsmöglichkeit mit Isomatte und Schlafsack. Schlafsack, Isomatte und Lebensmittel sollte man sowieso mitführen, da die Region relativ dünn besiedelt ist und wenig Gastronomiebetriebe vor Ort sind. Der Startpunkt Pontremoli läßt sich gut mit dem Zug erreichen, dort hat man Anschluß an die Hauptstrecke der Via Francigena Richtung Rom. Die Via del Volto Santo gilt als einfach und hat keine nennenswerten Höhenunterschiede, einige wenige kurze Strecken verlaufen an stark befahrenen Straßen. Bei Regen können allerdings einige Etappen rutschig werden.

Die Strecke verläuft durch die Provinz „Massa Carrara“, die ein nordwestlicher Teil der Toscana ist. Die Provinz Massa Carrara liegt zwischen Ligurien und den apuanischen Alpen im Osten. Weite Teile führen durch Naturschutzgebiete, die unter besonderem Schutz der EU stehen. Die Strecke verläuft außerdem durch die Region Garfagnana, die zur Provinz Lucca gehört. Bekannt ist die Region wegen der Magnolienblüte im Frühjahr.

Meine Fotodoku auf blogspot

Nachtrag: der Track stimmt nicht überein mit der Ausschilderung. Für die Planung und zur Orientierung reicht er aber aus.

An- und Abreise war über Florenz (Firenze). Eine Fotodokumentation einschließlich Fiesole konnte ich mir nicht verkneifen. Dabei sind wir dann auf die Via degli dei gestoßen. Der Weg wird auch Götterweg genannt.

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