Tagebuch – Angst

Angst vor Veränderungen, Angst, daß etwas Unangenehmes oder Unbequemes passiert, Angst vor Schmerzen, Angst vor Verlust – all das hindert mich daran, Änderungen zu riskieren. Trotzdem: No risk, no fun – das ist meine Devise. Der Jakobsweg ist für mich eine seichte Methode, sich unbequemen Dingen zu stellen. Die strenge Tageroutine durch das stundenlange GEHEN hindert mich dann daran, in den täglichen Alltagstrott hineinzufallen und vor den unangenehmen Dingen davonzulaufen. Schließlich bin ich ja den ganzen Tag mit mir alleine auf dem Camino. Deshalb hat ein Camino in Begleitung für mich auch nur die halbe Wirkung. Allerdings laufe ich dann Gefahr, die vorgenommene Strecke nicht durchzuhalten und vorzeitig abzubrechen. Dennoch: Ein Abbruch ist immer noch besser, als gar nicht erst zum Start aufgebrochen zu sein. Außerdem kann eine Gruppe bei  unangenehmen Erkenntnissen auch sehr schädlich sein. Lange Diskussionsrunden über alle möglichen Themen in der Welt habe ich eher nicht auf dem Camino sondern zu Hause am Küchentisch in geselliger Runde unter Freunden.

Meiner Erfahrung nach sind Menschen, mit denen man stundenlang quatschen kann, keine guten Begleiter auf dem Camino, anders rum sind Camino-Freunde eher keine Menschen, mit denen man stundenlange Diskussionsrunden füllen kann.

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