Die Erkenntnis, dass alles anders ist als geplant

Auf meinem ersten Teil vom Camino kam ich nach sieben oder acht Tagen in Puente la Reina an und war schockiert. Überall waren Pilger und mein Wunsch nach einem vegetarischen Pilgermenü wurde belächelt, aber nicht erfüllt. Es gab Haxe und dass nicht zu knapp. Das Pilgerfeeling unter Spaniern war weg, plötzlich liefen überall Deutsche rum und die Herbergen waren 4x so gross.

Irgendwie stellte ich fest, das wär gar nicht mehr meins. Für mich endete meine erste Pilgererfahrung in Puente la Reina, ich setzte mich in den Linienbus von ALSA und fuhr zu meinem Auto. Weil ich noch genügend Zeit hatte, fuhr ich nach Lourdes und beendete dort meinen ersten Pilgerweg.

Das Erlebnis Lourdes war fast noch wichtiger als der eigentliche Pilgerweg. Aus heutiger Sicht war das die beste Entscheidung, denn das prägende Erlebnis möchte ich heute nicht mehr missen, denn dort erfuhr ich, dass mein Glaube an Gott als eine nicht definierbare Macht tatsächlich existiert und wir nur unsere Gedanken und Gefühle richtig lenken müssen, um die Kraft daraus zu schöpfen. Der Camino selbst und diese Pilgerstätte in den Pyrenäen hat für mich die wichtigste Veränderung gebracht: Vertrauen in die Zukunft, egal was passiert. Das gibt mir die Kraft jede Veränderung zu akzeptieren, auch wenn sie mir nicht gefällt.

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