Die Entscheidung für den Somport-Pass

Bis zum letzten Moment konnte ich mich nicht entscheiden, an welchem der drei mir bekannten Pyrenäenübergänge ich meinen ersten Jakobsweg starten wollte, zuerst fuhr ich Richtung Bayonne, entschied mich dann aber spontan zum Somport-Pass zu fahren. In Dax wurde ich von einem Volksfest etwas aufgehalten und so bekam ich schon auf der Anreise einen ganz leichten Eindruck, wie auf dem Jakobsweg gefeiert wird. Zumindest dachte ich das, denn ich befand mich ja noch auf französischer Seite.

Mein Reiseführer beschrieb zwei Varianten:

  1. über St. Jean-Pied-de-Port bzw. Roncesvalles
  2. über Somport bzw. Canfranc Estación

Ich entscheid mich am späten Nachmittag dann für den Somportpass, weil ich wußte, daß ich dort einen Parkplatz für mein Auto finden würde. Paulo Coelho hatte sein erstes Buch über den Jakobsweg geschrieben und ist auch am Somportpass gestartet. Seine detaillierte Beschreibung über seine Anreise hatte ich noch im Kopf.

Aber noch wichtiger war der Campingplatz, auf dem ich zufälliger Weise ankam, denn in meinem Reiseführer stand der nicht drin – zehn Jahre später stellten wir enttäuscht fest, daß es den Platz zwischen GR 10 und Jakobsweg GR65.3 nicht mehr gibt. Dort entschied ich für meine zukünftigen Wege ein Zelt mitzunehmen, denn dort waren etliche Wanderer in ihren Wanderzelten mit den Wanderschuhen vor der Zelttür – nur waren diese auf dem GR 10 oder GR11 unterwegs. Wenn ich mal nicht auf spanischem Boden auf der Pilgerautobahn Camino Francés unterwegs sein wollte, denn zu Hause hatte man mich schon gewarnt – der spanische Teil vom Jakobsweg wurde schon vor Jahrzehnten als Pilgerautobahn bezeichnet, wollte ich auch ein solches Zelt dabei haben.

Ich hatte Glück, der Camino Aragonés, der am Somport-Pass startet und von der Via Tolosana kommt ist viel weniger überlaufen wie der Camino Francés. Dadurch hatte ich einen relativ sanften Einstieg auf den ersten 150 Kilometern. In Puente la Reina treffen sich dann beide Routen. Schlagartig waren etliche Pilger und Pilgerinnen jederzeit präsent – für mich war das gar kein pilgern mehr, viel mehr hatte ich meinen ersten Pilgerschock bekommen.

 

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